Der Förderverein Haus Bethania Vietnam e.V. stellt sich vor
Unser 1. Vorsitzender, Pfarrer Vinzenz van Tung Nguyen lebt seit vielen Jahrzehnten in Deutschland und ist als Seelsorger in Düren und Merzenich/Niederzier aktiv. Er stammt gebürtig aus Vietnam, wo heute noch ein Großteil seiner Familie lebt. Ungefähr alle zwei Jahre fliegt Pfarrer van Tung in sein Geburtsland, um sich mit seinen Geschwistern zu treffen und um seine Herzensangelegenheit – das „Haus Bethania“ – zu besuchen und zu unterstützen.
Das „Haus Bethania“ ist eine karitative Einrichtung in Biên Hòa, einer Kleinstadt 30 km östlich von Ho-Chi-Minh-Stadt. Der katholische Frauenorden „Kreuz tragende Schwestern“ führt das „Haus Bethania“ seit vielen Jahren. Es ist eine der wenigen Anlaufstellen für die ärmsten Familien in Biên Hòa, die Hilfe für ihre teils schwerstbehinderten Kinder suchen.
In Vietnam – teilweise als Folge des Chemiewaffeneinsatzes während des Vietnamkrieges – gibt es unzählige behinderte Menschen. Der vietnamesische Staat unterhält nur wenige Einrichtungen, um diesen Menschen einen Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Die meisten behinderten Kinder und Jugendlichen müssen auf der Straße betteln, um ihren Teil zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Im „Haus Bethania“ werden behinderte Kinder und Jugendliche aufgenommen. Neben einer schulischen Ausbildung erhalten die Kinder eine einfache Berufsausbildung – vor allem als Schneider bzw. Schneiderin. Das „Haus Bethania“ trägt sich vor allem durch Verkäufe der selbst hergestellten Textilien und durch Spenden von den wenigen christlichen Familien, die in Vietnam leben. Da Religiosität in Vietnam seitens der regierenden kommunistischen Partei Vietnams mit Argwohn betrachtet wird, ist es für den katholischen Frauenorden schwierig, an staatliche Gelder zu kommen.
Kommt das Geld bei den Bedürftigen an?
Pfarrer van Tung sieht es als seine christliche Pflicht, diesen Menschen zu helfen. Er kennt die finanziellen Probleme des „Hauses Bethania“ aus vielen Gesprächen und Besuchen und unterstützt seit seiner ersten Stelle in Deutschland den Frauenorden. In den ersten Jahrzehnten in Deutschland überwies er teilweise die Devisen auf das Konto des Frauenordens. Er musste jedoch feststellen, dass der kommunistische Staat teilweise 80% des Geldes zurückgehalten hat. Um diese negative Entwicklung zu stoppen, bemühte er sich seit dem Jahr 2001, einen Förderverein für das „Haus Bethania“ in Deutschland zu gründen. Er führte viele Gespräche, musste jedoch feststellen, dass die meisten Menschen an einem „dubiosen“ Verein für Vietnam kein Interesse zeigen.

Erst im Dezember 2009 hatte er sieben Gründungsmitglieder gefunden, die sich zusammen mit ihm auf den Weg machten, den Förderverein Haus Bethania e.V. zu gründen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Satzung und der Anerkennung der Gemeinnützigkeit begann im Jahr 2010 die Arbeit des Fördervereins. Es dauerte zwei Jahre, bis der Verein erstmals Geld nach Vietnam geben konnte. Da das Geld persönlich an die Leiterin des „Hauses Bethania“ übergeben wird, fallen weder Bankgebühren noch andere, negative Wechselverluste an. Wir sind dankbar, dass einige unserer Vereinsmitglieder Verwandte in Vietnam haben und diese regelmäßig besuchen. Daher kann mindestens alle zwei Jahre Geld an die Schwester Oberin übergeben werden.
Aktivitäten des Fördervereins
Jedes Jahr organisiert Pfarrer van Tung in Düren im Thomas-Morus-Haus (Oster- und Weihnachtsbasar) und in Koslar in der Bürgerhalle (Weihnachtsbasar) einen Stand des Fördervereins. Vor allem die Mitgliederinnen Frau Christel Schmitz und Frau Anna Klocke verkaufen dort selbstgebackenen Kuchen (Osterlämmer, Christstollen). Unterstützung erhalten sie vom zweiten Vorsitzenden Herrn Van Sang Nguyen, der es sich trotz einer schweren Behinderung nicht nehmen lässt, aus Bonn anzureisen. Seit zwei Jahren organisiert Pfarrer Van Tung zusammen mit Frau Schmitz und Herrn und Frau Klocke eine Weihnachtstombola im Thomas-Morus-Haus in Düren, deren Erlöse zu 100% dem Förderverein zugutekommen. Van Sang Nguyen ist in Bonn sehr aktiv. Er konnte einige der dortigen Geschäftsleute überreden, Sammeldosen für den Verein auf den Verkaufstresen aufzustellen.
Finanzielle Hilfen durch den Förderverein
Seit 2009 konnten durch diese Aktivitäten 15.000 € an Schwester Theresa, der Schwester Oberin des „Hauses Bethania“, in bar übergeben werden. In mehreren Dankschreiben beschreibt sie dem Förderverein, für welche Investitionen das Geld ausgegeben wurde – und wie dankbar die Kinder und Jugendlichen sind. In den Jahren 2013 und 2014 wurden von den in diesen Jahr jeweils übergebenen 3.000 € folgende Dinge eingekauft:
• Rollstühle
• Gehhilfen mit Sitz
• medizinische Materatzen gegen Dekubitus
• Toilettensitze
• Klinikbetten
• Massage- und Ruheliegen
• Blutdruckmessgeräte
• Hörgeräte
• Stickmaschinen
• eine Overlockmaschine
• eine Tonne Reis
• Medikamente
• und vieles mehr
2016 konnte der Verein 5.000 € in Vietnam an Sr. Theresa persönlich übergeben, auch 2017 werden wahrscheinlich über 4.000 € übergeben werden können. Woher kommt das Geld? Von unseren engagierten Mitgliedern!
Unsere Mitglieder - ein starkes Team
Die Arbeit des Fördervereins lastet zurzeit vor allem auf den Schultern von Pfarrer Van Tung und vom 1. Geschäftsführer Herrn Stefan Klocke. Der Verein hat einundzwanzig zahlende Mitglieder. Aktiv sind sechs – Pfarrer Van Tung, Van Sang Nguyen, Christel Schmitz, Van Chinh Tran, Anna und Stefan Klocke. Dank Pfr. Van Tung fließen immer wieder Gelder von den Kirchengemeinden St. Cäcilia, Niederzier und St. Antonius, Hambach in die Kassen des Vereins - dort ist er als Seelsorger aktiv. So flossen allein 2016 insgesamt 1.250 € aus beiden Gemeinden an den Verein. Daneben spenden viele Menschen Geld an unseren Verein, da sie erkennen, dass das Geld wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird und ohne dass Verwaltungskosten entstehen. Alle Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich! Zu diesen Spenden kommen Erlöse aus Sammeldosen und Basaren, wofür sich die Mitglieder Van Chinh Tran, Van Sang Nguyen, Christel Schmitz und Anna Klocke besonders einsetzen.
Ziel des Vereins ist es, in Zukunft Großspenden zu sammeln. Zu diesem Zweck wurden verschiedene christliche Sozialwerke angeschrieben: Misereor, Missio und das päpstliche Missionswerk der Kinder. Von Sponsoren aus der (Finanz-)Wirtschaft hat der Förderverein bisher nur Absagen erhalten, da in der Regel nur Projekte in Deutschland unterstützt werden. Der Förderverein möchte auch in den kommenden Jahren jährlich ca. 3.000 € übergeben, um den behinderten Kindern und Jugendlichen in Biên Hòa eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen.